Kleines Falken-ABC
auf Basis einer Broschüre von Dr. Heinrich Eppe. Der Originaltext
kann beim Archiv der Arbeiterjugendbewegung als Broschüre
(ISBN 3-926734-29-9) bezogen oder hier im Format
Microsoft Word für Windows 6.0 heruntergeladen werden.
AGJ
Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe. Zusammenschluss von Wohlfahrts-
und Jugendverbänden, Jugendhilfeorganisationen und staatlichen Jugendbehörden
auf Bundesebene. Gegr. 1949. Sitz: Haager Weg 44, 53127 Bonn.
"AJ - Die Andere Jugendzeitung"
Titel der Jugendzeitschrift der SJD-Die Falken, bis vor einigen Jahren
unter dem Titel "Arbeiter-Jugend". Die Kinderzeitschrift heißt hingegen
"Freundschaft".
Altfalke
Früheres Mitglied oder heute noch aktives, aber älteres Mitglied
der SJD-Die Falken; auch Bartfalke gebräuchlich.
Apparatschik
Abfällige Bezeichung für jemanden, der alle Aufgaben nur unter
dem Gesichtspunkt der Verwaltung sieht und anstehende Probleme nur mit
"Maßnahmen" lösen will.
Arbeiterjugendbewegung
Sammelbezeichnung für Jugendorganisationen, die Jugendliche und Kinder
hauptsächlich aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien als Mitglieder
haben, wie Gewerkschaftsjugend (DGB-Jugend), Jugend der Deutschen Angestelltengewerkschaft,
Christliche Arbeiterjugend (CAJ), Naturfreunde-Jugend (NFJ), Solidaritäts-Jugend
(Soli-Jugend) und die Sozialistische Jugend Deutschlands-Die Falken.
Archiv der Arbeiterjugendbewegung
Archiv und Bibliothek für die Geschichte der Arbeiterjugendbewegung
des Bundesvorstandes der SJD-Die Falken, in der die Akten, Zeitschriften,
Broschüren, Fotos, Plakate usw. gesammelt, aufbewahrt, katalogisiert
und Interessenten zur Verfügung gestellt werden. (Z.Z. ca. 24 000
Bände, 2100 versch. Zeitschriften katalogisiert). Für das Archiv
besteht der Förderkreis "Dokumentation der Arbeiterjugendbewegung",
der das Archiv ideell und finanziell unterstützt (560 Mitglieder).
Leiter des Archivs: Dr. Heinrich Eppe. Adresse: Haardgrenzweg 77; 45739
Oer-Erkenschwick, fon 02368-55993, fax 59220.
Außenlager
1-3 Zelte in der Umgebung des Zeltlagers, zu denen Gruppen hinwandern,
dort übernachten und sich selbst verpflegen können.
Bank
s. Lagerbank
Bartfalke
s. Altfalke
Beitragsmarken
Für den Mitgliedsbeitrag erhalten die Falken jeweils eine Marke, die
ins Mitgliedsbuch geklebt wird. Neben den regulären Marken gibt es
eine Internationale Marke, bei Kindern für die IFM
und bei den Jugendlichen für die IUSY. Die Mitgliedsbeitrag
beträgt z.Zt. (1996) für Kinder DM 2.-, für Jugendliche
DM 5.- und für Erwachsene DM 8.- im Monat. Internationale Marke: DM
2.- jährlich
Bergfest
Fest im Zeltlager zur Hälfte der Lagerzeit. Meist am Mittwoch in der
2. Woche.
Blauhemd
Traditionelles Kleidungsstück der Falken seit den 20er Jahren; zuweilen
mit rotem Halstuch getragen. In den unterschiedlichen Bezirken und Ortsverbänden
weniger oder stärker verbreitet. Die FDJ in der DDR hat nach dem 2.
Weltkrieg das Blauhemd von den Falken "übernommen". Das Blauhemd der
FDJ darf in der Bundesrepublik als Symbol einer verbotenen Organisation
nicht getragen werden. Das Blauhemd der Falken ist davon freilich nicht
betroffen, es hat im Unterschied zu dem der FDJ auch keine militärischen
Achselklappen. Rechtsgrundlage: Bekanntmachung des Bundesministeriums des
Innern vom 6.10.1978 PI4-122 319 II, in der es heißt, daß die
Mitglieder der Falken berechtigt sind, öffentlich oder in einer Versammlung
als äußeres Zeichen ein blaues Hemd und ein rotes Halstuch zu
tragen" (Veröffentlicht im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) 1978,
S. 593.
Bundesverband
Organisationsebene der SJD-Die Falken auf Bundesebene. Oberstes Gremium
ist die alle zwei Jahre stattfindene Bundeskonferenz, die auch den Bundesvorstand
wählt, der die Geschäfte des Bundesverbands führt. Zwischen
den Bundeskonferezen werden wichige Beschlüsse vom Bundesausschuß
verabschiedet.
Bundesvorstand
Vorstand des Bundesverbands der SJD-Die Falken.
Er besteht aus dem Bundes-F-Ring und dem Bundes-SJ-Ring
sowie Referenten für besondere Aufgaben wie z. B. Kinder- und Jugendpolitik.
Adresse: Kaiserstr. 27, 53113 Bonn, fon 0228 / 22 10 55, fax 21 75 62.
BuVo
s. Bundesvorstand
BV
s. Bundesverband
Camp
Andere Bezeichnung für Zeltlager. Häufiger bei internationalen
Zeltlagern benutzt.
DBJR
Deutscher Bundesjugendring. Arbeitsgemeinschaft der verschiedenen bundeszentralen
Jugendverbände. Sitz: Haager Weg 44, 53127 Bonn.
"Dem Morgenrot entgegen"
Traditionelles Lied der Arbeiterjugendbewegung
aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Deshalb sowohl in der sozialistischen
als auch kommunistischen Jugend gesungen. Häufig Schlußlied
bei Konferenzen der SJD-Die Falken.
Döbriach
Ort in Kärnten, in dem die Roten Falken Österreichs einen großen
Zeltlagerplatz haben. Dort finden häufig internationale Zeltlager
und IFM-Camps statt.
Dorf-Rat
Gewähltes Gremium im Dorf eines Zeltlagers.
Dorf-Vollversammlung
Zusammenkunft aller Einwohner eines Dorfes im Zeltlager, auf der Programm,
Probleme und Regeln des Zusammenlebens diskutiert und darüber entschieden
wird.
Dorfabend
Meist lustige Abendveranstaltung eines Dorfes im Zeltlager, zu der auch
andere Dörfer eingeladen werden können.
DUI
De Ugdoms Indraet, die dänische Falkenorganisation.
Ehrenamtliche(r)
Mitarbeiter(in) der SJD-Die Falken, die nicht hauptamtlich
beim Verband beschäftigt ist.
Elternabend
Zusammenkunft der Eltern der Kinder, die mit ins Zeltlager fahren. Die
Zeltlagerveranstalter informieren die Eltern über ihr Konzept, die
Aktivitäten während des Lagers und erörtern, was die Kinder
mit ins Zeltlager mitbringen sollen (und was nicht). Nach dem Zeltlager
im Sept./Okt. finden Nachbetrachtungen über das Zeltlager mit den
Eltern statt.
Elternbrief
Rundbrief an die Eltern der Kinder, die ins Zeltlager mitfahren, mit Terminen,
Programm, organisatorischen und technischen Hinweisen und Versicherungsfragen.
F-Ring
Das F-, also das Falken-Alter umfaßt Kinder bis etwa 13 Jahren. Die
Funktionäre der jeweiligen Gliederung, die
sich mit dieser Altersgruppe befassen, bilden den F-Ring. Für die
Jugendlichen (über 13 Jahren) gibt es den SJ-Ring
(s. auch RF-Ring).
Falken-Name
Anton Tesarek (1896-1977) kreierte 1925 den Namen "Rote Falken" für
die 12- bis 14-jährigen Kinder in den Gruppen der österreichischen
Kinderfreunde. Er hatte den Namen von den tschechischen Arbeitersportorganisation
"Sokol" (= Falke in mehreren slawischen Sprachen) übernommen. Seine
Erfindung fand bei den Kinder großen Anklang. Schon kurze Zeit später
gab es viele Kinergruppen, die sich "Rote Falken" nannten. 1926 kam der
Name nach Deutschland und verbreitete sich mit gleicher Geschwindigkeit.
1928 nannte die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ)
ihre Jüngeren-Gruppen (14-16 Jahre) auch "Rote Falken". Nach dem 2.
Weltkrieg, als die sozialdemokratische Kinderorganisation und die Jugendorganisation
als gemeinsamer Verband wieder begründet wurde, stand "Falken" zunächst
für die Kinderabteilung. Deshalb der damalige Verbandsname "Sozialistische
Jugendbewegung - Die Falken". Heute hat sich der Begriff "Falken" auf die
Gesamtorganisation generalisiert.
Falken-Ring
s. F-Ring
Falkengebote
Schon immer wurden Leitsätze für das Verhalten in prägnanten
Merksätzen (Geboten) formuliert. In den 20er Jahren zunächst
von den österreichischen Kinderfreunden und Roten Falken. Die Pfadfinder
waren hier wohl Vorbild. Für die einzelnen Alterstufen gab es zu unterschiedlichen
Zeit auch verschiedene Versionen dieser Gebote, die z.B. verhaltensorientierende
Merksätze enthielten wie "Wir sagen mutig unsere Meinung. Wir reden
niemals hinter dem Rücken über andere" (Jungfalken vor 1933)
oder "Wir setzten uns für unsere Überzeugung ein und achten jede
andere" (Jungfalken nach 1945). Zusammenstellungen der unterschiedlichen
Versionen sind veröffentlicht in Gröschel, Roland: Zwischen Tradition
und Neubeginn, Sozialistische Jugend im Nachkriegsdeutschland. Hamburg
1987, S. 169f. (Im Archiv der Arbeiterjugendbewegung
für 19.80 zu erhalten).
Falkenlieder
Wie fast jede Jugendorganisation schufen sich auch die Sozialistische Jugend
und die Kinderorganisation der Falken spezifische, verbandsbezogene Liedertexte
und Melodien. Die bekanntesten Falkenlieder sind "Flattert
der Wimpel", "Im Blauen Hemd ein jeder uns kennt",
"Dem Morgenrot entgegen", "Freundschaft jedem
Kind der Erde". Seit den 60er Jahren sind nur noch wenige verbandsspezifische
Lieder entstanden.
Faucon Rouge
franz. "Rote Falken". Organisationsbezeichnung der Falken in Frankreich
(nur noch in Resten vorhanden) und in der belgischen Wallonie.
Feriendienst e.V.
Bundeszentraler Verein für Vermittlung und Organisierung von Ferien-
und Freizeitmaßnahmen. Vorsitzender: Reinhold Mars. Sitz: Hohenstaufenalle
1-5, 45888 Gelsenkirchen, fon 0209 / 15403, fax 25201.
"Flattert der Wimpel"
Falkentypisches Lied, das selbstironisch häufig dann erwähnt
wird, wenn die Frage im Raum steht, was gesungen werden soll. (s. Falkenlieder).
Föhr
Kurzbezeichnung für den Zeltlagerplatz "Unsere Welt" in Nieblum auf
der Nordseeinsel Föhr, auf dem viele Zeltlager der Falken stattfinden.
Er gehört dem Hamburger Zeltlagerplatzverein "Unsere Welt".
Framfylkingen
Name der norwegischen Falken.
Freßlager
Bezeichnung für die Falkenzeltlager bis zur Währungsreform 1948.
In den Zeltlagern konnten sich die Kinder (ohne Lebensmittelmarken) sattessen,
da sie mit Lebensmittelspenden aus den USA, Großbritannien und der
Schweiz gefördert wurden. Die Zeltlager hatten deshalb einen großen
Zulauf. Der Erfolg eines Zeltlagers wurde u.a. daran gemessen, wieviel
Tonnen die Teilnehmer(innen) insgesamt an Gewicht zugenommen hatten.
Freundschaft!
Gruß der Falken, steht in der Satzung. Von den österreichischen
Kinderfreunden in den 20er Jahren übernommen, die ihn ihrerseits bei
der Arbeitersportbewegung entlehnt haben. Seit etwa 1928/29 auch in der
Sozialistischen Jugend üblich. Nach 1945 von der FDJ in der DDR "übernommen".
"Freundschaft"
Titel der Kinderzeitschrift der Falken. Die Jugendzeitschrift heißt
hingegen "AJ - Die Andere Jugendzeitschrift".
Funktionär(in)
Jemand, die/der in einen Vorstand o.ä. Gremium gewählt wurde
und dort ein Amt bekleidet.
Gemeinschaftszelte
Seit den Anfängen der Kinderfreundebewegung in den 20er Jahren schlafen
im Zeltlager die Gruppen, die sich oft seit langem kennen, gemeinsam in
einem Zelt. Mädchen und Jungen wurden meist nicht getrennt untergebracht.
Dies entsprach den Lebensverhältnissen der Kinder in ihren Elternhäusern,
wo nicht einmal jedes Kind ein eigenes Bett hatte.
Gilges, Konrad (Conny)
Bundesvorsitzender der Falken von 1973-1979. Seit 1980 Mitglied des Bundestages.
Gliederung
Organisationseinheit der SJD-Die Falken wie Orts-
oder Stadtverbände, Landesverbände
oder der Bundesverband. In anderen Regionen
auch z.B. Kreisverbände, Unterbezirke oder Bezirke.
Guthoff, Stefan
Bundesvorsitzender der Falken von 1991-1995.
Hauptamtliche(r)
Angestellte(r) der SJD-Die Falken.
Haus der Offenen Tür
Jugendheim, das zu allen Öffnungszeiten allen Jugendlichen offensteht.
Angebot der SJD-Die Falken zur offenen Jugendarbeit im Unterschied zur
Gruppenarbeit. Im Landesverband Rheinland-Pfalz v.a. in Ludwigshafen praktiziertes
Konzept.
Helfer(in)
Um deutlich machen, daß der/die Leiter(in) einer Kindergruppe kein
Vorgesetzter, Führer oder Feldwebel ist, sondern den Kindern bei ihrer
Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit helfen soll,
wurde schon in den 20er Jahren bei den Kinderfreunden diese Bezeichnung
gewählt und hat sich bis heute weitgehend erhalten.
Häring
Metallstift zum Spannen der Zeltleinen.
Hoernle, Edwin
Theoretiker der kommunistischen Kinderbewegung in der Weimarer Republik.
Exil in Moskau. Später in der DDR für die Landwirtschaft zuständig.
1883-1952. Lit.: Eppe, Heinrich: Edwin Hoernle in: Klassiker der sozialistischen
Erziehung, Bonn 1989, S. 79-94
IFM
International Falcon Movement (Internationale Falkenbewegung). Weltweiter
Zusammenschluss der sozialdemokratischen Kinderorganisationen mit Sitz
in Brüssel (Adresse: rue Quinaux 3, B-1030 Brüssel, fon 0032-22
/ 157927, fax 450083). Gegründet 1922 in Salzburg als Sozialistische
Erziehungsinternationale (SEI), nach 1945 mit der Bezeichnung IFM/SEI.
Seit 1970 nur noch IFM.
IFM-Camp
Große internationale Zeltlager, die von der IFM
durchgeführt werden. (1994 in Reinwarzhofen, 1997 in Ungarn)
"Im blauen Hemd ein jeder uns kennt"
Tradionelles Falkenlied
Immenreuth
Ort in Oberfranken mit einem bekannten Zeltlagerplatz der Gelsenkirchener
Falken.
International Union of Socialist Youth (Internationale Union der Sozialistischen
Jugend). Weltweiter Zusammenschluss von sozialdemokratischen Jugendorganisationen,
in dem auch die SJD-Die Falken und die Jungsozialisten
Mitglied sind. Gegründet 1907. Alle vier bis fünf Jahre veranstaltet
die IUSY Festivals bzw. Camps mit Teilnehmern aus aller Welt. Das letzte
fand 1996 in Bonn statt. Sitz: Neustiftgasse 3, A-1070 Wien, fon 00431
/ 931267, fax 5261872.
Jungfalken
frühere Bezeichnung für die Falken im Alter zwischen zehn und
zwölf Jahren. Heute nur noch wenig benutzt.
"Kauft kein Kriegsspielzeug!"
Traditionelle Aktion der Falken in den Wochen vor Weihnachten, die sich
an die Eltern wendet. Inzwischen von vielen anderen Verbänden übernommen.
Kinderfreunde
Sozialdemokratische Kinderorganisation während der Weimarer Republik
zwischen 1923 und 1933. Neb4en der SAJ die andere Vorläuferorganisation
der SJD-Die Falken. Sie wuchs innerhalb von zehn Jahren aus kleinen Anfängen
zu einer Organisation mit 130 000 Kindern, 10 000 ehrenamtlichen Helfern
und 60 000 Eltern heran. Ihr Markenzeichen wurden die Kinderrepubliken.
Vorsitzender der Kinderfreunde war der SPD Reichstagsabgeordnete Kurt
Löwenstein. 1933 von den Nazis verboten.
Kinderfreunde Österreichs
1908 wurde in Graz vom dem Tischler Anton Afritsch die erste Kinderfreundeorganisation
gegründet. Von dort breitete sie sich zunächst über Österreich
und dann über große Teile Europas aus. In den Kinderfreunden
Österreichs entstanden 1925 auch die Roten Falken (s. Falken-Name).
Kinderrepublik
Große Zeltlager mit 800 bis 2000 Kindern, die in der Zeit der Weimarer
Republik, von der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde
durchgeführt wurden. Sie wurden zum Markenzeichen der Falkenbewegung.
Ein Teil der Regeln ihres Zusammenlebens in der "Republik" konnten die
Kinder selbst über Lagerparlamente beschließen. Kinder sollten
frühzeitig lernen, eine demokratisch-sozialistische Gemeinschaft zu
gestalten. Die 1. Kinderrepublik fand 1927 in Seekamp bei Kiel statt. Spätere
u.a. auf der Rheininsel Namedy bei Andernach, in der Lübecker Bucht,
am Thuner See in der Schweiz, in Graupen (CSR) und die letzte in Draveil
bei Paris (1932). Die Kinderrepubliken wurden die Vorbilder für die
Zeltlager der Falken nach 1945.
Kindsmüller, Werner
Früherer Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken (1981-1985).
Klapprodt, Roland
Früherer Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken (1985-1991).
Kommission
Arbeitsgruppen, die von den Vorständen eingerichtet werden und ihnen
zuarbeiten, z. B. Internationale Kommission, Kinder-, jugend- und bildungspolitische
Kommission.
Kurt-Löwenstein-Bildungsstätte
Bildungsstätte des Bundesverbands der SJD-Die Falken und des Landesverbandes
Berlin rund 30 Kilometer nordöstlich von Berlin in Brandenburg. Adresse:
Freienwalder Chaussee 8-10, 16356 Werftpfuhl, fon 033398 / 8999-11, fax
-13, eMail loewenstein@gmx.de
Lagerbank
Zentrale Einrichtung eines Zeltlagers, wo die Teilnehmer(innen) und Helfer(innen)
ihr Bargeld deponieren können. Dient auch der Beratung von Kindern,
ihr Taschengeld sinnvoll einzuteilen.
Lager-Disco
Disco im Zeltlager, in der Regel nach Altersgruppen getrennt.
Lager-Konzeption
In den Vorbereitungen wird diskutiert und festgelegt, welche Aktivitäten
im Lager stattfinden sollen, welche Themen im Vordergrund stehen sollen
und wer was im Zeltlager entscheiden soll. s. Vollversammlung,
Lager-Rat, Dorf-Rat.
Lager-Motto
Möglichst eingängiger Slogan für ein Zeltlager, aus dem
auch das Rahmenthema hervorgehen sollte.
Lager-Olympiade
Sportfest im Zeltlager, bei der lustige Einfälle wichtiger sind als
"höher, schneller, weiter".
Lager-Parlament
Entscheidungsgremium im Zeltlager, das aus gewählten Delegierten besteht.
Seine Entscheidungsbefugnisse sind in der Regel in der Zeltlagerkonzeption
festgelegt. Im Unterschied dazu die Lager-Vollversammlung,
an der alle teilnehmen. Ob ein Lager-Parlament eingerichtet wird, hängt
stark von der Größe des Zeltlagers ab.
Lager-Radio
Lager-Rundfunk, dessen Programm im Zeltlager von Helfern und Kindern gemeinsam
gestaltet wird (s. Neigungsgruppe).
Lager-Rat
Entscheidungsgremium für alle Angelegenheiten während des Zeltlagers.
Die Formen der Beteiligung der Lagerteilnehmer ist recht unterschiedlich
(s. Dorf-Rat, Lagerparlament).
Lager-Vollversammlung
Versammlung aller Teilnehmer(innen) und Helfer(innen) eines Zeltlagers.
Über welche Aufgaben entschieden werden kann geht in der Regel aus
der Lagerkonzeption hervor.
Lager-Wache
Am Eingang des Lagers wird meist eine Lager-Wache mit Kindern u. gegf.
Helfern eingerichtet, die Gäste begrüßt und zur Lagerleitung
bringt.
Lager-Zeitung
Im Zeltlager hergestellte Zeitung für die Teilnehmer(innen). Sie wird
von der Neigungsgruppe "Lagerzeitung" geschrieben,
kopiert und verteilt.
Lager-Zirkus
Zentrales lustiges Lagerfest mit Spielen und Darbietungen der einzelen
Dörfer und Zeltgruppen. Wird meist von einer speziell gebildeten Gruppe
und einem "Zirkus-Direktor" vorbereitet.
Landesausschuß
Zwischen zwei Konferenzen finden Landesausschuß-Sitzungen statt,
in denen grundsätzlichere Beschlüsse gefasst werden können.
Auf Bundesebene gibt es entsprechend den Bundesausschuß.
Landesjugendring
Zusammenschluss von Jugendverbänden auf Landesebene zu einer Arbeitsgemeinschaft.
Gibt es in allen Bundesländern. Adresse in Rheinland-Pfalz: Raimundistraße
2, 55118 Mainz, fon 06131 / 960200, fax 611226.
Landesverband
Organisations-Gliederung auf Ebene eines Bundeslandes.
In manchen Bundesländern wie z.B. in Nordrhein-Westfalen in Bezirke
unterteilt.
Lasse, Dieter
Früherer Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken (1970-1973).
LaVo
s. Landesvorstand
Lenz, Karlheinz
Früherer Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken (1979-1981).
Leverkusener Beschluß
Beschluß des Falken-Bundesausschusses vom November 1971, in dem festgelegt
wird, daß ein Tätigwerden für eine andere Partei als die
SPD mit der Falken-Mitgliedschaft nicht vereinbar ist. Im Oktober 1981
hat der Bundesausschuß der Falken diesen Beschluß bekräftigt
und aus gegebenen Anlaß beschlossen: "Die Sozialdemokratische Partei
Deutschlands ist für die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die
Falken die einzige parteipolitische Alternative. Mit der Mitgliedschaft
in der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken ist eine Mitgliedschaft
in bzw. eine Kandidatur für eine andere als die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands nicht vereinbar"
Lindstaedt, Erich
Früherer Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken (1947-1952)
LJR
s. Landesjugendring
Löwenstein, Kurt
(1885-1939) Vorsitzender der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde
Deutschlands (1924-1933), Reichstagsabgeordneter für die USPD und
SPD. Schulrat in Berlin-Neukölln. Pädagogischer Mentor und organisatorischer
Motor der Kinderfreunde- und Falkenbewegung. 1933 Flucht aus Deutschland
über die CSR nach Frankreich (Draveil bei Paris), von wo er als geschäftsführender
Vorsitzender die Sozialistische Erziehungsinternationale, die Vorläuferorganisation
der IFM leitete. Er starb im Mai 1939 in Paris. Eine Reihe von Einrichtungen
der Falken sind nach ihm benannt.
LV
s. Landesverband
Material-Zelt
Um eine möglichst sparsame Verwendung von Materialien und Werkzeugen
im Zeltlager zu ermöglichen, wird ein Teil der Verbrauchsmaterialien
(zum Basteln, Dorfeinrichtungen....) zentral verwaltet und gegf. neu beschafft.
Werkzeuge, sofern nicht im Dorf vorhanden, können dort ausgeliehen
werden.
Mellnau
Ort in Hessen mit einem Zeltlagerplatz der Falken aus Bochum-Wattenscheid.
Mitglied
Mitglied der Falken kann jeder werden, der mindestens 6 Jahre alt ist.
Eine obere Altersbegrenzung gibt es nicht (s. Beitragsmarke).
Nachtwanderung
Nächtliche Wanderung während des Zeltlagers. Insbesondere für
Stadtkinder ist es ein wichtiges Erlebnis, nachts durch den Wald zu streifen.
Neigungsgruppe
Angebot eines Neigungsgruppenleiters im Zeltlager zum Basteln, Theaterspielen,
Malen, Schnitzen, Spielen, Mikroskopieren, Singen, Musizieren und alles
was sonst noch interessant ist und in den Ferien Spaß macht.
Nestfalken
frühere Bezeichnung für die Falkenmitglieder unter 10 Jahren.
Ollenhauer, Erich
Sekretär und Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend (s. SAJ)
1919-1933. Exil in London. 1952-1963 Vorsitzender der SPD.
POSOPA e.V.
Politische Sozialisation und Partizipation. Ein Jugendforschungsinstitut
(Leiter: Roland Gröschel), das z.B. die wissenschaftlichen Untersuchungen
zum IFM-Camp 1994 durchgeführt hat. Gibt die Zeitschrift "interventionen"
heraus (ISSN 0939-4877), in der auch interessante und wichtige Beiträge
zur Geschichte der Arbeiterjugendbewegung stehen. Adresse: Geschwister-Scholl-Str.
70, 15537 Neu-Zittau, fon&fax 03362 / 8132.
Reinwarzhofen
Kleines Dorf mit Mittelfranken bei Nürnberg mit einem großen
Zeltplatz der Falken des Bezirks Westliches Westfalen.
RF-Ring
Roter Falken-Ring. Zwischen 1950 und 1971 gab es neben dem F-Ring
und dem SJ-Ring einen besonderen Arbeitsbereich für
die 12-14 jährigen Mitglieder. Die Bezeichnung wird in einigen Gliederungen
der Falken noch verwendet.
Ringe
Als Kinder- und Jugendverband umfassen die Falken einen Altersbereich von
etwa sechs bis 18 Jahren. Eine Altersdifferenzierung ist notwendig. In
den Gliederungen sind diejenigen, die sich mit Kinder bis 13 Jahren befassen,
im
F-Ring tätig und diejenigen, die sich mit
Jugendlichen befassen, im SJ-Ring.
Rote Falken
Begriff mit mehreren Bedeutungen:
-
Gesamtbezeichnung für die SJD-Die Falken, meist von konservativer
oder konfessioneller Seite verwendet.
-
Arbeitsring innerhalb der SJD-Die Falken für die zwölf- bis 14-jährigen
von 1951 bis 1971 (s. RF-Ring).
-
Organisation der etwa zwölf- bis 15-jährigen bei den Kinderfreunden
Österreichs, die eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb der
dortigen Kinderfreundeorganisation haben.
SAJ
Abkürzung für Sozialistische Arbeiterjugend Deutschlands. Im
Oktober 1922 entstanden aus der Vereinigung des Verbandes der Arbeiterjugendvereine
Deutschlands (mehrheitssozialdemokratisch) und der Sozialistischen Proletarierjugend
(s. SPJ) (stand der Unabhängigen Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands USPD nahe). Bestand bis zum Verbot 1933. Vorsitzende:
Max Westphal (1921-1928) und Erich Ollenhauer (1928-1933). Die SJD-Die
Falken sind die Nachfolgeorganisation der SAJ und der Kinderfreundebewegung
aus der Weimarer Republik.
Salvador-Allende-Haus
Bundes- und Landesbildungsstätte Nordrhein-Westfalen in Oer-Erkenschwick,
Haardgrenzweg 77, fon 02368 / 6906-0, fax -66.
SBZ
Abkürzung für Sozialistisches Bildungszentrum, s. Salvador-Allende-Haus.
"Schlaglichter"
Titel der Theoriezeitschrift der SJD-Die Falken für die ehren- und
hauptamtlichen Mitarbeiter der Falken. Enthält als Beilage die Mitteilungen
des Archivs der Arbeiterjugendbewegung. Mitglieder
des Förderkreises des Archivs erhalten die Zeitschrift kostenlos.
Schwangau
Ort bei Füssen in Allgäu mit einem Zeltlagerplatz der Falken.
Seekamp
Gut bei Kiel, auf dessen Gelände 1927 die erste Kinderrepublik
der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Deutschlands mit 2000 Kindern
stattfand.
Sekretär(in)
Hauptamtliche(r) Mitarbeiter(in) des Verbandes.
Sexlager 69
Zeltlager der Berliner Falken im Sommer 1969 in Schweden, in dem es für
die damaligen Begriffe "unzüchtig" zugegangen sein soll. Das große
Presse-Echo verhalf den Falken zu bundesweitem Bekanntheitsgrad.
SG
Größenklasse für Zelte beim Zeltverleih Dr. Lange in Hannover.
-
SG 12: 3,34 x 4,08 m = 13,6 m²
-
SG 18: 4,34 x 4,08 m = 17,7 m²
-
SG 20: 5,00 x 4,74 m = 23,7 m²
-
SG 30: 6,00 x 5,64 m = 33,8 m²
-
SG 40: 8,00 x 5,64 m = 45 m²
-
SG 50: 10,00 x 5,64 m = 56,4 m²
Siemsen, Anna
1882-1951. Sozialistische Pädagogin der Kinderfreunde und Publizistin
in der Weimarer Republik. Professorin in Jena. Exil in der Schweiz. 1946
wieder in Hamburg in der Lehrerbildung tätig. Lit.: Schmölders,
Ralf: Klassiker der sozialistischen Erziehung, Bonn 1989
SJ-Ring
Arbeitsring für die über 13ährigen Mitglieder der Falken
(s. Ringe).
SJD
Abkürzung für Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken.
Solifonds
Abkürzung für Solidaritätsfonds. Für jeden Teilnehmer
im Zeltlager geben die Gliederungen einen festgelegten Betrag in eine gemeinsame
Kasse, aus der Zuschüsse für schwach entwickelte Regionalverbände
der Falken für den Organisationsaufbau gegeben werden.
Sonthofen
Einrichtung der Falken in Sonthofen mit Zeltplatz und festen Häusern.
Sozialdemokratische Familie
Bezeichnung für die sozialdemokratisch orientierten Organisationen
mit unterschiedlichen Aufgabenstellung wie Arbeiterwohlfahrt (AWO), SPD,
Naturfreunde, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Arbeitersportorganisationen
("Solidarität") u.a.
Soziale Dienste
Gemeinschaftsdienste im Zeltlager wie Spüldienst, Essen-Holen, Reinigungsdienste.
Dürfen nicht als "Strafen" vergeben werden.
SPD
Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Die SJD-Die Falken ist kein Teil
der SPD, sondern organisatorisch selbständig. Es bestehen aber enge
personelle und eine organisatorische Beziehungen zwischen beiden Organisationen.
Mitglieder und Mitarbeiter der SJD-Die Falken müssen nicht Mitglied
der SPD sein. Die Tätigkeit für eine andere Partei als die SPD
ist jedoch nicht möglich (s. Leverkusener
Beschluß).
Spüldienst
Sozialer Dienst im Zeltlager. Die Teilnehmer(innen)
spülen ihr Eßgeschirr nicht individuell (Hygiene). Diese Aufgabe
wird reihum von den einzelnen Zeltgruppen fachmännisch übernommen.
Stationenspiel
Spiel, bei dem Gruppen - meist auf einer Wanderroute - an einzelnen Stationen
auf dem Weg Aufgaben lösen sollen. Zuweilen hängt von der richtigen
Lösung die Wahl des kürztesten Weges zum ersehnten Ziel ab.
Stenz
früheres Kinderfreunde-Heim in Stenz (bei Königsbrück) der
Kinderfreunde Dresden.
Sturmfalken
veralteter Begriff für die älteren Falken (14-16 Jahre). Insbesondere
in den 30er Jahren bei der deutschsprachigen Kinderfreundebewegung in der
Tschechoslowakei und in der Nachkriegszeit gebräuchlich.
Tag der offenen Tür
Tag im Zeltlager, zu dem Gäste aus der Umgebung zur Besichtigung und
Teilnahme an Veranstaltungen eingeladen werden.
Tag des Kindes
Traditionelles Kinderfest der Falken seit den 20er Jahren. Aus Österreich
übernommen, wo er zunächst als Gegenveranstaltung zum Fronleichnamsfest
veranstaltet wurde.
Thermophoren
Warmhaltebehälter für das Essen im Zeltlager. Das Essen wird
in der Regel von der Küche ins Essenzelt in Themophoren transportiert.
Unga Örnar
Name der Falken in Schweden.
Verlag "Schaffende Jugend"
Verlag der Falken von 1948 bis 1974, in dem Verbandspublikationen und Kinderbücher
erschienen sind.
Walsrode
Ort in der Lüneburger Heide mit Zeltlagerplatz der Falken.
Welt größter UB
Neidvoll-ironische Bezeichung für den mitgliederstärksten Unterbezirk
der Falken in Gelsenkirchen
Westphal, Heinz
Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken 1952-1957. 1958-1965 Hauptgeschäftsführer
des Deutschen Bundesjugendringes, 1965-1990 MdB, ab
1983 auch Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Sohn von Max
Westphal.
Westphal, Max
Vorsitzender des Sozialistischen Arbeiterjugend (s. SAJ)
1921-1928. Nach ihm ist das Haus der Falken in Bonn benannt.
Willy-Brandt-Platz
s. Reinwarzhofen
Winterschule
Zwischen Weihnachten und dem 2. Januar findet traditionell eine große
Bildungsveranstaltung im Salvador-Allende-Haus
(SBZ) in Oer-Erkenschwick und anderen Bildungsstätten der Falken statt.
Woodcraft Folk
Name der IFM-Mitgliedsorganisation in Großbritannien,
die aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangen ist (grünes Hemd
statt Blauhemd).
Zausestunde
Alte Bezeichnung für eine besondere Gruppenstunde, in der jeder jedem
sagen darf (insbes. die Kinder dem(r) Helfer(in), was ihn am Verhalten
einer Person nicht passt, ohne dass hinterher etwas nachgetragen werden
darf.
Zeltlager-Koller
Temporäre reaktive Depression mit regressiver Symptomatik, wenn insbesondere
Helfer(innen) im Zeltlager glauben, es nicht mehr aushalten zu können.
Therapie: erst mal 1 Tag Auslauf in die nächste Stadt.
Zeltlagerplatz e.V.
Zentraler Vermögensträger der SJD-Die Falken. Dachverband der
Falken-Trägervereine für Zeltlagerplätze, Freizeit- und
Bildungsstätten sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit.
Er ist Eigentümer des Hauses der Falken in Bonn und des Archivs
der Arbeiterjugendbewegung in Oer-Erkenschwick. Sitz: Kaiserstr. 27,
53113 Bonn. Vorsitzendenbüro (Reinhold Mars): Hohenstaufenallee 1,
45888 Gelsenkirchen, fon 0209/15403, fax 25201.
Zivi
(das Letzte) Zivildienstleistender
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